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Babyschlaf verstehen – warum kurze Nächte ganz normal sind

  • Autorenbild: Anna Schuh
    Anna Schuh
  • 20. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Okt. 2025


zufrieden schlafendes Baby - Mammalia, Babyschlafexpertin

Viele Eltern sorgen sich, wenn ihr Baby „schlecht“ schläft. Dabei ist das, was wir oft als unruhige Nacht empfinden, in Wahrheit völlig normales Babyschlafverhalten. Babyschlaf folgt eigenen Regeln – wenn du die kennst, wird es einfacher.



Angeborene Schlafmuster


Neugeborene kennen noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus. Sie schlafen in kurzen Abschnitten von zwei bis vier Stunden, egal ob es hell oder dunkel ist. Schlaf muss nicht gelernt werden – er entwickelt sich mit der Reife des Gehirns.



Schlafzyklen von Babys


Ein Schlafzyklus dauert bei Babys etwa 45 bis 60 Minuten (bei Erwachsenen rund 90 Minuten). Nach jedem Zyklus wachen Babys auf – und das ist völlig normal. Mit zunehmender Reife können Babys Schlafzyklen nach und nach selbst verbinden. Die meisten brauchen Nähe, Körperkontakt, Stillen oder deine Stimme, um wieder einzuschlafen.


Auch wir Erwachsene wachen übrigens nach jedem Zyklus kurz auf. Wir drehen uns um, prüfen unbewusst die Umgebung und schlafen weiter. Der Unterschied: Wir merken es nicht – Babys schon.


Rund um den 4. Monat verändert sich der Babyschlaf deutlich. Vorher wechseln Babys nur zwischen aktivem und ruhigem Schlaf, ganz ähnlich wie im Mutterleib. Ab jetzt entwickelt sich eine erwachsenenähnlichere Schlafstruktur mit mehreren Phasen – leichter Schlaf, tiefer Schlaf und REM.


Mit dieser neuen Schlafarchitektur wachen Babys häufiger auf. Viele Eltern erleben das als „4-Monats-Schlafregression“. Dein Baby lernt, Schlafzyklen anders zu durchlaufen.


Gleichzeitig beginnt sich auch der zirkadiane Rhythmus zu entwickeln – Babys reagieren stärker auf Hell und Dunkel und unterscheiden langsam zwischen Tag und Nacht.


Weil die Nächte in dieser Zeit oft unruhiger werden, brauchen Babys jetzt besonders viel Nähe, Körperkontakt und Unterstützung beim Wiedereinschlafen.



Wie viel Schlaf brauchen Babys im ersten Jahr?


Tabellen sind immer nur eine Orientierung - mehr nicht. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus und ist individuell. Deswegen fokussier dich nicht zu sehr darauf was wo steht und wie andere Babys schlafen. Der Schlafbedarf ist individuell und lässt sich nicht erzwingen.


Durchschnittliche Schlafdauer im 1. Lebensjahr:


  • 0–3 Monate: 14–17 Stunden verteilt über 24 Stunden

  • 4–6 Monate: 12–15 Stunden, oft noch 3–4 Tagschläfchen

  • 7–9 Monate: 12–14 Stunden, 2–3 Tagschläfchen

  • 10–12 Monate: 11–14 Stunden, meist 2 Tagschläfchen


Manche Babys liegen deutlich darüber oder darunter – und das ist völlig in Ordnung. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern ob dein Baby erholt und zufrieden wirkt.


Ein Tipp: Beobachte drei bis fünf Tage lang, wie viel dein Kind in 24 Stunden schläft und wach ist. So erkennst du den individuellen Schlafbedarf deines Babys besser als über jede Tabelle.



Tagschlaf und Nachtschlaf hängen zusammen


Vielleicht ist dir schon aufgefallen: Wenn dein Baby tagsüber wenig schläft, sind die Nächte ganz oft noch mühseliger. Übermüdung erschwert das Einschlafen. Schläft dein Baby tagsüber zu wenig, steigt der Cortisolspiegel (Stresshormon) im Blut. Du kennst das. Große Kinder werden dann besonders hippelig und zappelig. Sie sind regelrecht überdreht.


Ein ausgeschlafenes Baby schläft leichter wieder ein, auch nachts.



Schlafregressionen & Entwicklungssprünge


Vielleicht hast du schon den Begriff „Schlafregressionen“ gehört – Phasen, in denen Babys schlechter schlafen. Wissenschaftlich sind sie nicht eindeutig belegt, aber die Erfahrung zeigt: Rund um 4 Monate (neue Schlafstruktur), 8 Monate (Trennungsangst) und 12 Monate (Laufenlernen) sind die Nächte oft besonders unruhig. Meist steckt ein Entwicklungsschritt oder ein aufregendes Erlebnis dahinter.


Regression bedeutet also keinen Rückschritt, - sondern ein Schritt nach vorne.



Was hilft für erholsamen Babyschlaf


  • Nähe: Babys schlafen am sichersten im Elternschlafzimmer.

  • Rituale: Feste Abläufe wie Kuscheln, Stillen oder ein Lied vor dem Schlafen geben Halt.

  • Umgebung: Ruhig, abgedunkelt, ohne Kissen oder Spielzeug im Bett.

  • Pausen im Alltag: Babys brauchen Erholung keine Dauerbespaßung.

  • Körperkontakt: Tragen, Massieren oder Kuscheln helfen beim Runterkommen.

  • Elternruhe: Babys spüren, ob Mama und Papa selbst zur Ruhe kommen.


Manche ältere Babys tanken auch mit ein bisschen „Rasten“ wieder auf.



Sicher schlafen


Zur sicheren Schlafumgebung gibt es klare Empfehlungen: Rückenlage, eigene feste Liegefläche im Elternschlafzimmer, rauchfreie Umgebung, Schlafsack statt Decke, keine Kissen oder Kuscheltiere im Babybett und ja, dein Baby darf bei dir im Bett schlafen sofern alle Sicherheitskriterien erfüllt sind und ausreichend Platz ist.

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